Hartlote Sonderlote: Messing- und Zinkfreie Silberlote

Sonderlote werden eingesetzt, wenn Standardhartlote die technischen Anforderungen einer Anwendung nicht vollständig erfüllen. Je nach Werkstoffkombination, Temperaturbereich, Korrosionsanforderungen, Belastung und Fertigungsprozess können zinkfreie Lote, Messinglote oder individuell angepasste Sonderlegierungen die passende Lösung sein.

Hier können Sie das Sonderlot für Ihren Bedarf wählen:

Die hier aufgeführten Messinghartlote eignen sich zum Verlöten von Stahlrohrrahmen und verzinkten Stahlrohren.

Die hier aufgeführten zinkfreien Silberhartlote eignen sich zum Verlöten unter Atmosphäre in Verbindung mit Flussmittel oder der flussmittelfreien Ofenlötung im Schutzgas- und Vakuumofen.

Zum Löten von Edelstahl wird das Hartlot AG160 in Verbindung mit Flussmitteltyp FH12 empfohlen, da ansonsten aufgrund des Zinkanteils im Hartlot eine Messerschnittkorrosion entstehen kann. Bei Vakuumlötungen sollten Temperaturen über 900° C vermieden werden, um ein Ausdampfen des Silbers zu vermeiden.

Sonderlote für anspruchsvolle Anwendungen

Armin Hain Löttechnik unterstützt Sie bei der Auswahl geeigneter Sonderlote und bei der technischen Bewertung Ihrer Lötaufgabe. Das Angebot umfasst die anwendungstechnische Beratung, die Auswahl passender Lötwerkstoffe und Flussmittel sowie die Erprobung und Umsetzung von Lötprozessen in der eigenen Lohnlöterei. So können Sonderlösungen von der ersten Probelötung bis zur Serienfertigung systematisch bewertet werden.

Zum Sonderlot-Sortiment von Armin Hain gehören zinkfreie Silberhartlote und Messinglote. Weitere Legierungen erhalten Sie auf Anfrage.

Was sind Sonderlote?

Sonderlote sind Hartlote für Anwendungen, bei denen ein Standardlot die Anforderungen an Werkstoffkombination, Temperaturbeständigkeit, Korrosionsverhalten, Festigkeit oder Fertigungsprozess nicht ausreichend abdeckt. Der Begriff kann je nach Anwendung unterschiedliche Produktgruppen und Legierungen umfassen.

Im Mittelpunkt steht nicht allein die Bezeichnung des Lots, sondern die Eignung für die konkrete Lötverbindung. Entscheidend sind unter anderem:

  • die zu verbindenden Grundwerkstoffe,
  • der erforderliche Lötspalt,
  • der Schmelz- und Arbeitstemperaturbereich,
  • die mechanische und thermische Belastung,
  • die Anforderungen an Korrosions- und Medienbeständigkeit,
  • die Bauteilgeometrie,
  • das Erwärmungsverfahren,
  • die gewünschte Lieferform und Stückzahl.

Eine technische Prüfung dieser Faktoren hilft, das Sonderlot gezielt auszuwählen und Fehlversuche in Entwicklung und Fertigung zu vermeiden.

Wann kommen Sonderhartlote zum Einsatz?

Sonderhartlote kommen insbesondere dann infrage, wenn die Anwendung besondere Anforderungen an das Fügeverfahren stellt. Typische Anlässe sind:

  • anspruchsvolle Kombinationen verschiedener Metalle,
  • Anwendungen an Edelstahl oder korrosionsgefährdeten Bauteilen,
  • erhöhte Anforderungen an Temperatur- oder Medienbeständigkeit,
  • besondere Anforderungen an Festigkeit, Zähigkeit oder Dichtheit,
  • empfindliche Bauteile mit begrenzter Wärmeeinbringung,
  • spezielle Anforderungen an Lötspalt oder Kapillarwirkung,
  • wiederkehrende Serienprozesse mit definierten Lieferformen,
  • Sonderprojekte mit individuellen Bauteilgeometrien.

Welche Lotgruppe geeignet ist, lässt sich nicht pauschal aus dem Werkstoffnamen ableiten. Auch Oberflächen, Beschichtungen, Lötverfahren und die spätere Einsatzumgebung müssen berücksichtigt werden.

Sonderlote im Sortiment von Armin Hain

Armin Hain Löttechnik bietet Sonderlotlösungen für unterschiedliche Werkstoffe und Fertigungsanforderungen. Zwei wichtige Produktgruppen sind zinkfreie Lote und Messinglote.

Zinkfreie Silberhartlote für spezielle Lötanwendungen

Zinkfreie Silberhartlote eignen sich für spezielle Lötanwendungen unter Atmosphäre in Verbindung mit Flussmittel sowie für die flussmittelfreie Ofenlötung im Schutzgas- und Vakuumofen.

Beim Löten von Edelstahl wird das Hartlot AG160 in Verbindung mit Flussmitteltyp FH12 empfohlen. So lässt sich das Risiko einer Messerschnittkorrosion reduzieren, die bei zinkhaltigen Hartloten unter bestimmten Bedingungen auftreten kann. Bei Vakuumlötungen sollten Temperaturen über 900 °C vermieden werden, um ein Ausdampfen des Silbers zu vermeiden.

Die zinkfreien Silberhartlote sind in AH- und BrazeTec-Qualität lieferbar. Weitere Legierungen erhalten Sie auf Anfrage.

Mehr zu dieser Produktgruppe erfahren Sie auf der Seite zinkfreie Silberhartlote.

Messinglote als wirtschaftliche Hartlotlösung

Messinglote sind Hartlote auf Kupfer-Zink-Basis und können bei geeigneten Anwendungen eine wirtschaftliche Lösung für robuste Hartlötverbindungen sein. Je nach Legierung und Werkstoffkombination kommen sie beispielsweise für Stahl, Kupfer, Messing, Gusseisen oder Bronze infrage.

Die bereits bestehende Seite zu den Messingloten informiert ausführlicher über verfügbare Legierungen, Einsatzbereiche, Schmelzbereiche und passende Flussmittel. Auf der Sonderlote-Hubseite dient sie als vertiefende Unterseite.

Weitere Legierungen erhalten Sie gerne auf Anfrage. Die bereits bestehende Seite zu den Messingloten informiert ausführlicher über verfügbare Legierungen, Einsatzbereiche, Schmelzbereiche und passende Flussmittel.

Sonderlot oder Standardhartlot – worauf kommt es an?

Ob ein Sonderlot erforderlich ist, hängt von den technischen und wirtschaftlichen Anforderungen der Anwendung ab. Für die Auswahl sollten insbesondere folgende Fragen beantwortet werden:

Auswahlkriterium Bedeutung für die Lötverbindung
Werkstoffkombination Beeinflusst Benetzung, Fließverhalten und Eignung des Lots.
Lötspalt Wirkt sich auf Kapillarwirkung und Spaltfüllung aus.
Temperaturbereich Muss zum Lot, zu den Grundwerkstoffen und zum Bauteil passen.
Korrosions- und Medienanforderungen Bestimmen die Anforderungen an Legierung und Lötstelle.
Mechanische Belastung Ist für Festigkeit, Zähigkeit und Dauerhaltbarkeit relevant.
Erwärmungsverfahren Beeinflusst Wärmeführung, Prozesszeit und Reproduzierbarkeit.
Lieferform und Stückzahl Müssen zur manuellen, halbautomatisierten oder automatisierten Fertigung passen.

Die Auswahl eines Sonderlots hängt von Werkstoffkombination, Temperaturbereich, Korrosionsanforderungen und Fertigungsprozess ab. Bei komplexen Anwendungen empfiehlt sich deshalb eine technische Abstimmung anhand der Bauteil- und Prozessdaten.

Lohnfertigung und Auftragsproduktion für Sonderlötungen

Wenn Sie Ihre Lötproduktion auslagern möchten, unterstützt Armin Hain Löttechnik bei der Umsetzung von Probelötungen sowie Klein-, Mittel- und Großserien. Die eigene Lohnlöterei deckt ein breites Spektrum ab – vom Löten von Stählen, Kupfer und Kupferlegierungen bis zu Edelstählen und Hartmetallen.

Je nach Bauteil und Aufgabenstellung stehen unter anderem folgende Verfahren zur Verfügung:

Auch komplexe Lötungen von CBN- und PKD-Diamanten mit Temperaturüberwachung mittels Pyrometertechnik können durchgeführt werden. Die Lohnlöterei wird von einem Handwerksmeister der Feinwerkmechanik geführt.

Die Auftragsproduktion wird durch ein Qualitätsmanagement nach DIN EN ISO 9001:2015 ergänzt. Weitere Informationen finden Sie auf der Seite Lohnfertigung.

Technische Beratung und Lohnfertigung

Bei anspruchsvollen Hartlötanwendungen ist die Auswahl des Lots nur ein Teil der Prozessauslegung. Auch Flussmittel, Oberflächenvorbereitung, Lötspalt, Wärmeführung und Nachbehandlung müssen zusammenpassen.

Armin Hain unterstützt Sie bei:

  • der Auswahl einer geeigneten Hartlotgruppe,
  • der Abstimmung von Lot und Flussmittel,
  • der Bewertung von Werkstoffkombinationen,
  • der Auswahl einer passenden Lieferform,
  • der Prozessentwicklung und technischen Erprobung,
  • einzelnen Probelötungen,
  • Flammlöten,
  • induktiven Lötvorgängen unter Schutzgas oder Atmosphäre,
  • der Umsetzung von Klein-, Mittel- und Großserien in der Lohnfertigung.

Nutzen Sie den Lot-Konfigurator für eine erste Eingrenzung geeigneter Lötwerkstoffe oder kontaktieren Sie uns direkt, um eine Sonderlösung zu besprechen.

Häufige Fragen zu Sonderloten

Was sind Sonderlote?

Sonderlote sind Hartlote für Anwendungen, bei denen Standardhartlote die Anforderungen an Werkstoff, Temperaturbereich, Korrosionsbeständigkeit, Belastbarkeit oder Fertigungsprozess nicht vollständig erfüllen.

Wann werden Sonderlote eingesetzt?

Sonderlote werden eingesetzt, wenn eine besondere Werkstoffkombination, ein spezielles Temperaturfenster, erhöhte Korrosionsanforderungen, besondere Belastungen oder ein individueller Fertigungsprozess berücksichtigt werden müssen.

Welche Sonderlote eignen sich für Edelstahl?

Für Edelstahlanwendungen können je nach Werkstoff, Lötspalt, Temperaturbereich und Korrosionsanforderung zinkfreie Lote oder andere geeignete Hartlotgruppen infrage kommen. Die Auswahl sollte anhand der technischen Daten und der konkreten Anwendung erfolgen.

Was ist der Unterschied zwischen Sonderlot und Standardhartlot?

Ein Standardhartlot wird für typische Werkstoff- und Prozessanforderungen eingesetzt. Ein Sonderlot kommt zum Einsatz, wenn zusätzliche Anforderungen an Legierung, Temperatur, Korrosion, mechanische Belastung oder Lieferform bestehen.